Schreiben ist ein gemischtes Vergnügen, genau genommen gar keins, sondern eine ungesellige Tätigkeit. Sie ist eine Süddeutsche, die in den Norden geraten ist, 1951 geboren, immer schon schreibend (Gedichte, Gebrauchstexte, dann Kurzgeschichten, Erzählungen und Längeres).

Schreiben zwingt zur Zuschauerrolle, die Geschichten sind überall: auf der Straße, im Museum, im Laden, im ICE, am Arbeitsplatz. Die Figuren sind etwas ratlose, aber untragische Existenzen, die zu Täuschungen und Selbsttäuschungen neigen, sie rennen ihren Sehnsüchten hinterher und suchen sich Plätze im Ungefähren. Den Stoff liefern der Alltag, das Mysterium, das laut Beuys am Hauptbahnhof beginnt, und die Erfahrungen einer verunsicherten Generation.

Sie liest gerne ihre Geschichten vor und beobachtet dann, ob sie ihre Leser finden.